Aller Anfang ist schwer.

 

 

Als Anfänger in Sachen Ölheizung muss man ja irgendwie mal die Übersicht über den Ölverbrauch bekommen.

Ich nahm mir vor den Verbrauch innerhalb von ein paar Tagen zu beobachten und daraus Rückschlüsse über den Öl-Verbrauch zu erhalten.

Also ging ich, mit Kugelschreiber und Notizblock „bewaffnet“, in den Raum wo der Stahlttank mit dem Heizöl steht.

 

Die Anzeige auf der Füllstandsanzeige zeigte einen Füllstand von 55cm an. Bei diesem 3000Liter-Tank wären das mal Faktor 20 = 1100 Liter Heizöl im Tank.

 

Also schrieb ich diesen Wert mit dem dazu gehörigem Datum ( es war ein Mittwoch ) auf.

Einen Tag später ( also Donnerstag ) ging ich etwa zur selben Zeit ( Plus / Minus ein paar Minuten ) in den Raum mit dem Heizungstank und notierte mir erneut den Stand der Anzeige von 55cm auf.

 

Am Freitag ebenso. Was mir auffiel war, das sich der Stand trotz Verbrauchs nicht geändert hatte. Dieses kam mir auch als Anfänger doch komisch vor. Also tippte ich mit dem Zeigefinger etwas energisch gegen die Füllstandsanzeige.

Prompt sauste die Anzeige auf die Füllstandshöhe von 20cm. Der Schwimmer schlug am Tankboden auf und auch mein Unterkiefer sauste in dem Moment schlagartig, wie die Anzeige, nach unten.

 

Upsssss !!  20cm Füllstandshöhe. Ob das was angezeigt wird auch der Realität entspricht ?

Also war Nachmessen angesagt.

Schraubenschlüssel M14 besorgt, sich zwischen Tankoberseite und Raumdecke gequetscht und fleissig die etlichen Schrauben vom Deckel abgeschraubt. Nach ca. 10 Minuten war das erledigt.

Tankdeckel zur Seite geschoben, Gliedermaßstab rein und mit der Taschenlampe beleuchtet.

Die angezeigte Höhe am Gliedermaßstab stimmt mit der Höhe an der Füllstandsanzeige überein.

Wenigstens etwas !

 

Da das Ansaugrohr der Ölpumpe aber nicht ganz bis zum Boden vom Tank reicht konnte ich nicht mit 20cm sondern mit etwa 15 cm nutzbarer Füllhöhe rechnen.  15x Faktor 20 ergibt einen Wert von 300 Litern Heizöl.

 

WIE WEIT KOMME ICH MIT 300 LITERN HEIZÖL ???? - - - > >PANIK

 

Also Tankdeckel wieder draufschrauben und sich schnellstens schlau machen war angesagt.

Ab ins Internet.

Mit dem schlau machen war aber nicht so einfach. Um herauszufinden wie weit man beim Heizen mit 300Litern Heizöl kommt, müssen etliche Faktoren wie beheizte Fläche, Isolierung des Hause etc. berücksichtigt werden.

 

Auf der Seite www.heizöl24.de bekam ich schon mal ein paar Informationen über Heizöl.

Das es verschiedene Sorten von Heizöl gibt. Einfaches Heizöl, Superheizöl und Schwefelarmes Heizöl.

Das mit dem Superheizöl las sich ganz interessant. Nur geringfügig teurer gegenüber dem einfachen Heizöl aber mit bis zu 10% geringerem Verbrauch. Der Haken war / ist: dieses Heizöl darf nicht an Turbinenbrennern verwendet werden. Hier folgte also schon die nächste Rätselaufgabe:  Was für einen Brenner haben wir ??

 

Am einfachsten wäre es allerdings, wenn wir herausfinden was für Heizöl wir im Tank haben.

In den Unterlagen die wir zum Hauskauf erhielten wurden wir schliesslich fündig.

Eine alte Rechnung von 2006 mit den Angaben das der Tank mit Shell-Premium befüllt worden war.

 

Also weitere Suche im Internet. Die schlauen Seiten www.teleauskunft.de gaben Auskunft über die Heizöllieferanten im Umkreis.

 

Am Freitagmorgen um 08.00 Uhr den ersten Lieferanten angerufen, mich als absoluten Neuling auf dem Gebiet Heizöl geoutet und erst mal ein paar Fragen gestellt.

Der Mann am anderen Ende der Leitung hat alle meine Fragen sehr gut, ausführlich und vor allem verständlich beantwortet.

Auch die Frage ob die 300 Liter Öl noch übers Wochenende reichen würden, wurde mir positiv beantwortet.

Am Montag-Nachmittag bekamen wir dann unsere erste eigene Heizöllieferung.

 

Puhh. Das war wohl knapp an einer kalten Heizung vorbei.     ;-)